Buchvorstellungen der Zentralbibliothek und der Stadtteilbibliotheken
Buchbesprechnung RGA 26.08.26
Katja Brüne, Leiterin der Stadtbibliothek Lennep
Foto Tobias Berger
Vom Walross, das nicht einschlafen konnte
Alle Eltern wissen, wie anstrengend es ist, wenn Kinder nicht einschlafen können. Und dass es für alle eine besondere Herausforderung ist, wenn das Kind zum ersten Mal in einem neuen Bett schlafen soll. In diesem wunderschön illustrierten Bilderbuch ist es der kleine Flynn, der seine Eltern in den abendlichen Wahnsinn treibt. Er behauptet doch tatsächlich, dass da ein Walross in seinem Bett liegt! Ein hungriges Walross, das noch etwas essen muss, bevor es einschlafen kann. Ein frierendes Walross, das weitere Decken benötigt. Und ein Glas Milch. Woraufhin das Walross natürlich noch einmal aufs Klo muss… Zu Flynns Ehrenrettung sei angemerkt, dass er sich wirklich große Mühe gibt, um zur Nachtruhe zu kommen. Doch zuvor muss er noch unter dem Bett nachschauen, ob dort Monster sind. Und dem Walross ein Schlaflied singen. Weil das Rumoren im Kinderzimmer kein Ende nimmt, findet niemand in der Familie Schlaf.
Erzählt wird dies alles allerdings aus Flynns Sicht – und das Walross ist real! Wer mag es da dem Kind verübeln, dass es sich erst einmal um das Walross in seinem Bett kümmern muss, bevor es selbst schlafen kann? Dieser Perspektivwechsel macht die Geschichte zu einem herrlichen Spaß für alle. Und auch in den liebevollen Illustrationen voller witziger Details gibt es viel zu entdecken.
Ciara Flood, „Vom Walross, das nicht einschlafen konnte“, 32 ungezählte Seiten, Knesebeck Verlag, 2018, 978-3-95728-173-9, in der Stadtteilbibliothek Lennep zu finden
unter „Ab 1“, Antolin 1.
Buchbesprechung RGA: Tina Brandt,
FaMI der Stadtteilbibliothek Lüttringhausen
Foto: Janina Schumacher.
Die Vergangenheit vergisst nie
Ein luxuriöser Zug. Ein exklusives Klassentreffen. Alte Rivalitäten. Unausgesprochene Gefühle – und Erinnerungen, die nie ganz verschwunden sind. Als Lara nach Jahren auf ihre ehemaligen Mitschüler trifft, ahnt sie nicht, dass diese Reise alles verändern wird. Zwischen funkelnden Champagnergläsern und engen Abteilen liegt etwas in der Luft, das gefährlicher ist als verletzter Stolz: Jemand spielt ein perfides Spiel. Und plötzlich steht mehr auf dem Spiel als nur ihr Herz. Während alte Wunden aufreißen und eine verbotene Anziehung neu entfacht, wächst ein beunruhigender Verdacht. Was, wenn jemand an Bord eine alte Rechnung begleichen will? Und was, wenn die Wahrheit näher ist, als Lara glaubt?
„Remember, Remember“ ist der neue fesselnde Romantic-Suspense-Roman von Stefanie Hasse. Das Buch ist spannend, emotional und absolut süchtig machend. Es ist voller Wendungen, Geheimnissen und einer Liebe, die schon viel zu lange auf ihren Auftritt wartet.
Hasse, Stefanie: „Remember, Remember“. 464 Seiten, Blanvalet Taschenbuch Verlag, 2026, ISBN: 978-3-7341-1420-5; In der Stadtteilbibliothek Lüttringhausen zu finden bei: „UR HASS“.
Buchbesprechung RGA: Tobias Berger, Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste in der Stadtteilbibliothek Lennep
Yona ist die Prinzessin des Königreichs Koka und dort sehr behütet im Palast aufgewachsen. Unter dem aktuellen pazifistischen König und Vater
von Yona, König Il, herrscht Frieden im Land. Dieser Frieden ist jedoch sehr prekär, da er durch Gebietsabtretungen und Versprechen an andere Länder erkauft wurde.
Ihren 16. Geburtstag wollte Prinzessin Yona eigentlich nur mit Ihren Kindheitsfreunden Su-Won und Hak, der mittlerweile ihr Leibwächter und einer der stärksten Kämpfer im Palast ist, feiern. Jedoch
muss sie mit ansehen wie Su-Won ihren Vater ermordet, um den Thron an sich zu reißen. Noch unter Schock stehend ist sie gezwungen mit Hak aus dem Palast zu fliehen. Ab jetzt befindet sie sich auf
einer Reise, in deren Verlauf sie ums Überleben kämpfen und Verbündete finden muss, damit sie irgendwann wieder in den Palast zurückkehren kann.
Mit diesem Band beginnt die epische Abenteuerreise von Prinzessin Yona. Auf ihrer Reise muss sie Gefährten finden, Gefahren trotzen und erfährt dabei viel über sich und ihr Land. Eine Empfehlung für
alle die gerne Abenteuerreisen mit einem Hauch Fantasy lesen.
Kusanagi, Mizuho: Yona - Prinzessin der Morgendämmerung. Manga. 192 Seiten, Tokyopop, 2016, ISBN 978-3-8420-3143-2;
in der Bibliothek zu finden unter „Manga / Y“
Buchbesprechung RGA: Julia Jansen, Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste
Ein Mädchen namens Owl
Seit die junge Owl denken kann, gibt es nur sie und ihre Mutter. Kein Wunder also, dass sie unbedingt herausfinden möchte, wer ihr Vater ist. Immer wenn sie ihre Mutter nach ihm fragt, macht diese nur rätselhafte Andeutungen. Als Owl eines Tages eiskalte Haut bekommt, die von Frostmustern übersäht ist, und dann auch noch Tränen aus Eis weint, liegt der Verdacht nah, dass mehr an der Sache dran ist, als sie gedacht hat. Also macht sich Owl auf die Suche nach ihm. Nachdem sie ihn endlich gefunden hat, muss sie feststellen, dass er in Gefahr schwebt und der Kontakt zu ihm auch sie auf den Radar übernatürlicher Mächte bringt.
„Ein Mädchen namens Owl“ ist ein Jugendbuch aus der Feder von Amy Wilson, das durch den leichten und bildlichen Schreibstil gut und schnell zu lesen ist. Es behandelt wichtige Themen wie unter anderem Freundschaft, Familie, Identitätsfindung und die Frage nach der eigenen Herkunft mit viel Verständnis und Herz. Dieses Buch empfiehlt sich besonders für Kinder, die Märchen, die Jahreszeiten und Eulen lieben. Aber auch für Jugendliche und Erwachsene ist diese Geschichte ein schöner Zeitvertreib, der den Alltag vergessen lässt.
Wilson, Amy: „Ein Mädchen namens Owl“. 320 Seiten, Von Hacht Verlag,
2021,
ISBN: 978-3-96826-008-2; in der Stadtteilbibliothek Lüttringhausen mit der Signatur „Ab 10 / Fantasy / W / Band 1“ zu finden.
Buchbesprechung von: Jeannine Pyschny, Sachgebietsleitung Kinder- und Jugendbibliothek Remscheid
Die Stille im Bauch des Wals.
Emma empfindet ihre Umgebung als zu laut und wünscht sich nichts mehr als einen Ort, an dem sie ihre Ruhe hat. Als sie erfährt, wie groß Blauwale sind, kommt Emma auf eine Idee: sie baut eine Höhle, die das Innere eines Blauwals darstellen soll, macht es sich darin bequem und genießt die Stille – bis plötzlich ein anderes Kind auftaucht und mit ihr spielen will. Emma nimmt all ihren Mut zusammen und schlägt dem Kind einen Kompromiss vor, der die Bedürfnisse von beiden erfüllen kann. Schaffen es die beiden trotz der unterschiedlichen Charaktereigenschaften eine Freundschaft zu schließen und zusammen Zeit zu verbringen? Xin Lis Bilderbuch „Die Stille im Bauch des Wals“ handelt nicht nur von einer scheinbar ungewöhnlichen Freundschaft, sondern auch davon, wie wichtig es ist, die eigenen Gefühle klar zu kommunizieren. Die Geschichte zeigt, wie schön es sein kann, mit gegenseitigem Verständnis der Bedürfnisse anderer und trotz vermeintlicher Gegensätze, einen Weg zur Freundschaft zu finden. Die wunderschönen Illustrationen der Autorin bereichern den sowieso schon herzerwärmenden Inhalt des Buches und spiegeln vor allem Emmas Gefühlswelt auf eindrucksvolle Weise wider. Xin Li: Die Stille im Bauch des Wals. Bilderbuch. Aus dem Englischen von Knut Krüger. 48 Seiten, Penguin Junior, 2026, ISBN 978-3-328-30434-0; in der Kinder- und Jugendbibliothek mit der Signatur „Ab 1“ zu finden.
s2kpo – bitte was???
Begeisterte Strickerinnen und Stricker kennen das sicherlich: im Internet findet man wunderschöne Modelle für ein neues Strickprojekt, doch die englische Anleitung ist einfach unverständlich. Dank Wörterbuch findet man zwar leicht heraus, dass knit 1 eine rechte Masche bezeichnet und purl 1 für die linke Masche steht, doch was bitteschön bedeutet s2kpo? Und selbst wenn man weiß, welche Worte sich hinter den Abkürzungen verbergen, heißt das noch lange nicht, dass man diese Stricktechnik dann auch umsetzen kann.
Genau hier setzt „Do you speak Knitting?“ an und hilft weiter. Die englischen Fachbegriffe werden nicht nur wörtlich übersetzt, sondern auch verständlich erklärt. Zahlreiche Fotos illustrieren verschiedene Strickmuster und führen Schritt für Schritt durch die Umsetzung auch anspruchsvollerer Stricktechniken. So eignet sich das kompakte Nachschlagewerk nicht nur für die Überwindung der Sprachbarriere zur englischsprachigen Strick-Community, sondern auch als Anleitungsbuch für die Verbesserung der eigenen Strickkünste.
Unterhaltsam und informativ führt die Autorin in die Welt von Ravelry, Socktober und Knitalong (KAL) ein, sodass die Strickenden endlich mitreden können und auch den internationalen Strick-Slang sicher beherrschen.
Stephanie van der Linden, „Do you speak Knitting? Englische Strick-Anleitungen endlich verstehen“, 160 Seiten, Frech Verlag, 2025, 978-3-7358-7129-9, in der Stadtteilbibliothek Lennep zu finden unter „Xen 311 Allgemein LIN“.
Buchbesprechung RGA: Tobias Berger, Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste in der Stadtteilbibliothek Lennep
Die Quin Zaza ist eines der letzten Fangschiffe, das hoch in den Wolken Jagd auf Drachen macht. Ohne Heimat und ohne Ziel treibt sie wohin der
Wind sie weht. Immer auf der Suche nach dem nächsten Schatten in den Wolken.
Ein Drachenfänger zu sein ist kein einfacher Beruf. Das weiß auch die Besatzung der Quin Zaza. Auf ihren Reisen begegnet sie, neben den Drachen, noch vielen anderen Gefahren. Dazu gehören Stürme,
Piraten oder auch unfreundliche Dorfbewohner. Dabei müssen die unterschiedlichsten Charaktere zusammenarbeiten, um den Gefahren zu trotzen.
Die Drachenjagd bietet aber auch immer wieder schöne Momente. Denn der Körper eines Drachen kann für allerlei Sachen verwendet werden. Allem voran um lecker zu kochen. So wird nach jeder Jagd, ob sie
erfolgreich war oder nicht, erstmal lecker gekocht und gegessen.
Der Manga erzählt von den Abenteuern der Quin Zaza und ihrer Besatzung. Dabei werden die einzelnen Kapitel von Rezepten für die Gerichte, die gerade in der Geschichte gekocht wurden, getrennt. Eine
klare Empfehlung an alle, die an Abenteuern in den Wolken interessiert sind oder sich mal auf andere Art und Weise an neuen Rezepten versuchen wollen.
Kuwabara, Taku: Quin Zaza – Die letzten Drachenfänger. Manga. 205 Seiten, Manga Cult, 2019, ISBN 978-3-96433-072-7;
in der Zentralbibliothek zu finden unter „Zm QUI“
Buchbesprechung RGA: Julia Jansen, Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste
Ein Jahr ist es nun her, dass Elvys bester Freund Erik sich vor ihren Augen einfach in Schnee aufgelöst hat. Seitdem versucht sie herauszufinden, was mit ihm passiert ist. Als sie eines Tages einen besonderen Fund auf dem Dachboden macht und damit Eriks Oma im Krankenhaus besucht, die seit dem Verschwinden ihres Enkels im Koma liegt, gerät alles aus den Fugen. Nicht nur, dass sie urplötzlich aufwacht, als sie mit Elvys Fund in Berührung kommt, zudem stellt sich heraus, dass die Großmutter die Nachfahrin von Gerda Eisenhand ist. Der Gerda aus dem bekannten Märchen „Die Schneekönigin“ von Hans Christian Andersen. Nur, dass es sich dabei leider nicht nur um ein Märchen handelt, sondern um bittere Realität. Und damit nicht genug, denn die Schneekönigin ist zurückgekehrt und hat Erik in ihren Fängen. Um ihn zu befreien, muss sich Elvy auf den Weg in den hohen Norden machen, in eine ganz andere Welt aus Schnee und Eis. Wird es Elvy gelingen, Erik zu befreien?
„Froststerne – Erinnere dich“ von Anna Fleck ist der Auftaktband einer Trilogie, die an das Märchen der Schneekönigin angelehnt ist. Es hat alles, was einen gutes Jugendfantasybuch ausmacht: Eine starke Protagonistin, liebenswerte Nebencharaktere, ein wunderschönes Worldbuilding, spannende Gegner, eine starke Frauenfreundschaft und natürlich auch eine gute Portion Liebe. Nicht nur für alle Fans der Schneekönigin ein absolutes Muss.
Fleck, Anna: „Froststerne – Erinnere dich“. 492 Seiten, Coppenrath, 2023, ISBN: 978-3-649-64495-8; in der Kinder- und Jugendbibliothek, sowie in der Stadtteilbibliothek Lennep mit der Signatur „Ab 14 / Fantasy / F / Band 1“ zu finden.
Katja Brüne, Bibliothekarin, Leiterin der Stadtteilbibliothek Lennep
Foto T. Berger
Eigentlich wollte Bas Kast nur etwas mehr für seine Gesundheit tun. Ein bisschen trainieren, Muskeln aufbauen und sich körperlich besser fühlen. Ganz gewiss war es nicht seine Absicht, über Glück und Lebenszufriedenheit, Angst und Schmerz, über die Höhen und Tiefen des Lebens zu philosophieren. Zum Vergnügen seiner Leserinnen und Leser hat er es dennoch getan.
Der Autor ist durch alle Phasen des erfolglosen und erfolgreichen Trainierens gegangen. Oft fragte er sich, warum er sich das Leben so schwer macht. Ist das Leben nicht schon anstrengend genug? Dann aber richtete er seine Überlegungen weit über den Sport hinaus und fragte sich, ob das Vermeiden unangenehmer Gefühle einen Menschen wirklich glücklicher macht? Oder ob nicht gerade das Überwinden von Widerständen eine entscheidende Voraussetzung für Lebenszufriedenheit ist?
Dieser veränderte Blickwinkel öffnet auch für die Lesenden einen Raum, eigene Überlegungen zum Umgang mit Widrigkeiten und Herausforderungen anzustellen. Vielleicht sind sie ja eine Chance, über sich selbst hinauszuwachsen? Und könnte man sich guten Vorsätzen und unangenehmen Projekten nicht viel leichteren Herzens widmen, wenn man den Blick voller Vorfreude auf den Moment des Gelingens richtet, anstatt den eigenen Widerstand gedanklich zu füttern?
Bas Kast: „Lob des Unbequemen. Wie ich lernte, die Eisbäder des Lebens zu genießen“, 78 Seiten, C. Bertelsmann Verlag, 2025, ISBN 978-3-570-10610-5, in der Stadtteilbibliothek Lennep zu finden unter Mbk 4 KAS.
Buchbesprechung RGA: Tobias Berger, Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste in der Stadtteilbibliothek Lennep
Maomao ist ein unscheinbares Mädchen, dass mit ihrem Adoptivvater in einer Apotheke im Freudenviertel der kaiserlichen Hauptstadt lebt. Eines Tages wird sie auf dem
Nachhauseweg von einer Gruppe Menschenhändlern aufgegriffen und als Magd an den inneren Palast, dem Wohnsitz des Kaisers und seiner Konkubinen, verkauft. Der innere Palast ist ein Ort der Macht und
des Machtkampfes. Allerdings herrscht dort zurzeit ein Aufruhr. Es gehen Gerüchte um, dass ein Fluch auf dem Palast liegt. Denn die Kronprinzen versterben alle noch im Säuglingsalter. Doch Maomao ist
sich sicher, dass dahinter kein Fluch, sondern etwas viel Gewöhnlicheres steckt. Doch da sie nur eine einfache Magd ist, muss sie sich sehr genau überlegen, wie sie ihre Vermutungen an die richtige
Person weitergeben kann.
„Die Tagebücher der Apothekerin“ ist eine Manga-Adaption der gleichnamigen Light Novel aus der Feder von Natsu Hyuuga. Sie handelt von den Abenteuern Maomaos, die sie im Palast und in den Diensten
des Kaisers erlebt. Eine klare Empfehlung für alle, die gerne Mysterygeschichten mit einer guten Portion Humor lesen.
Nanao, Itsuki: Die Tagebücher der Apothekerin. Manga. 165 Seiten, Manga Cult, 2021, ISBN 978-3-96433-557-9;
in der Zentralbibliothek zu finden unter „Zm TAG“
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